Dolmetscher

Aufgaben eines Dolmetschers

Dolmetscher sind Sprachmittler. Sie übersetzen gesprochene Texte mündlich und im direkten Kontakt mit mindestens zwei Gesprächspartnern, die sich nicht selbst miteinander verständigen können. Auch das Übersetzen von Gebärdensprache gehört dazu oder auch mal ein geschriebenes Schrifstück bis hin zu einem Homepage Text. Ohne Dolmetscher sind Gespräche und Konferenzen zwischen Politikern, Vertretern internationaler Organisationen und Behörden, Kunden und Geschäftspartnern kaum möglich.

Beruf des Dolmetschers

Dolmetscher ist kein geschützter Beruf. Die Abschlüsse und Zulassungen werden je nach Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Folgende Bezeichnungen werden genutzt: Staatlich geprüfter Dolmetscher, Öffentlich bestellter und beeidigter Dolmetscher, Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Dolmetscher. Außerdem gibt es den Hochschulabschluss Diplom-Dolmetscher.

Herkunft und Formen des Berufes Dolmetscher

Das Wort Dolmetscher stammt aus der ungarischen Sprache. Dort heißt es: tolmács, im Türkischen: dilmaç. Die klassische Form ist das Konsekutivdolmetschen. Dabei findet ein ständiger Wechsel zwischen Redner und Dolmetscher statt. Das ist zeitaufwändig. Reden werden auf diese Art und Weise doppelt lang und erfordern Geduld bei den Zuhörern. Die Dolmetscher wenden die Notizentechnik an, um lange Passagen zu übersetzen. Beim Flüsterdolmetschen wird simultan ohne Einsatz von Technik gedolmetscht. Das kann man für maximal zwei Zuhörer machen, weil der Dolmetscher hinter den Zuhörern sitzt und direkt ins Ohr übersetzt. Bei mehreren Zuhörern ist eine drahtlose Mikrofonanlage erforderlich. Das Simultandolmetschen wurde erstmals bei den Nürnberger Prozessen gegen die Kriegsverbrecher des II. Weltkrieges erprobt. Die Dolmetscher saßen zu zweit oder zu dritt in schalldichten Dolmetscherkabinen und übersetzten. Diese Form wird heute auf Kongressen mit mehreren hundert Teilnehmern angewendet, wenn in mindestens zwei oder mehr Arbeitssprachen übersetzt werden muss. Beim Verhandlungsdolmetschen werden kürzere Abschnitte der Gespräche nachträglich übersetzt, aus dem Stegreif, ohne Notizentechnik. Es gibt keine Dolmetscheranlage und keine Flüsteranlage. So wird bei Gerichtsprozessen mit ausländischen Teilnehmern verfahren, die die Sprache des Gerichts nicht verstehen oder nur unzureichend das Gesagte erfassen können.

A-, B- und C-Sprache

Die Sprachkompetenz eines Dolmetschers wird in A-, B- und C-Sprache unterschieden. Die Muttersprache des Dolmetschers ist seine A-Sprache. Die B-Sprache ist die, die der Dolmetscher fast genauso in Wort und Schrift beherrscht wie seine Muttersprache. Die C-Sprache des Dolmetschers ist eine Sprache, die er versteht, aber in die nicht übersetzt - eine passive Sprache.